Stadt: Kamp-Lintfort
Land: Deutschland
Ort: Zechenpark Kamp-Lintfort
Fertigstellung: 2020
Fläche: ca. 2.000 qm
Materialien: Edelstahl, Stahl, Harzkompositplatten, Gummigranulat, Recyclingkunststoffe
Zielgruppen: Kinder von 0–12 Jahren, inklusive Begleitpersonen
Inklusionsart: barrierefreie Zugänge, Zwei-Wege-Prinzip, Spielgeräte für Kinder mit Einschränkungen
Spielräume mit Geschichte gestalten – Inklusive Freianlagen mit pädagogischem Mehrwert und starker Identität
Standort mit Geschichte – Spiellandschaft als Impulsgeber für Stadtentwicklung
Im Rahmen der Landesgartenschau 2020 entstand im östlichen Teil des Zechenparks Kamp-Lintfort eine rund 2.000 m² große Spiellandschaft, eingebettet in ein Quartier, das Wohnen, Natur und historische Industriekultur vereint. Die individuell geplante Anlage leistet mit ihrer klaren Formsprache und thematischen Einbindung einen identitätsstiftenden Beitrag zur Aufwertung des öffentlichen Raums und schafft ein dauerhaftes, hochwertiges Spielangebot für die Stadtgesellschaft.
Individuell geplant – thematisch und pädagogisch durchdacht
Als Sonderanfertigung eigens für diesen Standort konzipiert, greift die Gestaltung die industrielle Vergangenheit der Zeche Friedrich Heinrich auf. Drei Spielfelder – Erschließung, Förderung, Aufbereitung – lassen zentrale Prozesse des Steinkohlebergbaus spielerisch erleben. Kriechröhren, Kletterelemente, Rutschen, Sand- und Seilspielbereiche fördern gezielt Motorik, soziale Interaktion, Rollenspiel und kognitive Entwicklung. Die klare Gliederung schafft Orientierung, der hohe Aufforderungscharakter sorgt für ein intensives Spielerlebnis über Altersgrenzen hinweg.
- Individuelle Spielgeräte mit Seilparcours, Rutschen und Sandspielfläche im industriekulturellen Kontext
- Individueller Spielparcours mit Seil-, Hangel- und Balancierelementen – inspiriert vom industriellen Förderband
- Horizontale und vertikale Spielangebote in einem individuell gestalteten Parcours mit Fördertum-Anmutung
- Schaukelspaß mit Gruppenerlebnis und bergbauinspiriertem Kletterelement im Hintergrund
Inklusion als integraler Bestandteil
Barrierefreie Zugänge, bodentiefe Karussells, inklusive Trampoline und ein fugenloser Fallschutzbelag ermöglichen Kindern mit und ohne Einschränkungen gleichberechtigte Teilhabe. Das Zwei-Wege-Prinzip unterstützt Begegnung und gemeinsames Spiel. Diese durchdachte Gestaltung fördert Inklusion nicht nur funktional, sondern auch sozial – ein wichtiger Beitrag zu chancengerechter Freiraumplanung.
- Rollstuhlgerechtes Karussell mit bodengleichem Zugang im inklusiven Spielbereich des Zechenparks
- Inklusive Trampolinfläche, Karussell und Kletterelemente auf barrierefreiem Fallschutzbelag
- Sandspielstationen und Kriechtunnel als kindgerechte Annäherung an die Welt unter Tage
Materialien für Langlebigkeit und Nachhaltigkeit
Verwendet wurden ausschließlich hochwertige, wartungsarme Materialien: Edelstahl, verzinkter und pulverbeschichteter Stahl, sowie Harzkompositplatten mit einem Anteil von 85 % nachwachsender Rohstoffe. Ergänzt durch robuste Kunststoffseile mit Stahllitzen und Edelstahlschrauben ergibt sich ein durchgängig langlebiges und ressourcenschonendes Materialkonzept, das langfristige Betriebssicherheit garantiert.
Geprüfte Sicherheit und normgerechte Umsetzung
Alle Spielgeräte entsprechen der DIN EN 1176 und sind durch unabhängige Prüfinstitutionen wie den TÜV zertifiziert. Sicherheitsaspekte wurden frühzeitig integriert – von Absturzsicherungen über taktile Orientierung bis zu offenen Sichtachsen für gute Übersicht. Die gesamte Anlage wurde so geplant, dass sie nicht nur sicher, sondern auch nutzerfreundlich und wartungsarm ist.
Nutzerbeteiligung als Planungsbasis
Die differenzierte Ausrichtung auf verschiedene Altersgruppen, Übergänge zwischen Spielzonen und die räumliche Nähe der Spielfelder schaffen ein zusammenhängendes, vielfältiges Spielerlebnis. Die Einbindung zukünftiger Nutzerbedarfe in die Planung erhöht die Akzeptanz und Nutzung, erleichtert die Aufsicht und stärkt das soziale Miteinander – ein entscheidender Faktor für langlebige Spielflächen im öffentlichen Raum.






