Anfang März kehrte Acapella bei strahlendem Sonnenschein in ihr Element zurück. Der ikonische Trimaran von Charlie Capelle verließ seine Werft in Hennebont (Süd-Bretagne), um unter Motor den Hafen von Lorient zu erreichen, wo der Mast gestellt wurde. Diese Wasserung markiert den Beginn eines neuen Abenteuers, das Proludic und der Skipper gemeinsam erleben – dessen Boot bei der nächsten Route du Rhum – Destination Guadeloupe die Farben der NGO La Chaîne de l’Espoir tragen wird.
Die „Demoiselle“ ist keinen Tag gealtert
Fast schon frühlingshaft war die Stimmung, als der kleine 11,50 Meter lange Trimaran die Slipanlage zur Wasserung erreichte. Fast ein Jahr lang hat Charlie Capelle, ohne seine Kräfte zu schonen, die Arbeiten nahezu allein durchgeführt – mit wertvoller Unterstützung seiner Familie und seiner Angehörigen bei den heikelsten Handhabungen.
„Ich habe mein ganzes Leben lang Boote gebaut, und dieser Trimaran verkörpert auch ein gewisses handwerkliches Können. Ich liebe schöne Dinge und sorgfältige Arbeit. Alles muss perfekt sein, und ich habe meine ganze Energie in dieses Renovierungsprojekt gesteckt.“
Mit 71 Jahren, nur wenige Monate bevor er zum siebten Mal zur legendärsten Solo-Transatlantikregatta aufbricht, verbirgt Charlie weder seine Erleichterung noch seinen Stolz.
„Diese Wasserung ist eine Art Befreiung. Der Abschluss einer sehr langen Baustelle. Es sind Tausende von Stunden. Ich habe meine ganze Zeit dafür aufgewendet – eigentlich völlig unvernünftig. Aber das Ergebnis ist da, und die Demoiselle ist keinen Tag gealtert.“
Ein Boot, das garantiert auffällt
Als Schwesterboot der Olympus Photo von Mike Birch – dem ersten Sieger der Route du Rhum im Jahr 1978 – verkörpert diese 48 Jahre alte „Demoiselle“ aus formverleimtem Holz, die an ihrer sonnengelben Lackierung und ihrer Startnummer 88 (eine Anspielung auf die Vogesen-Herkunft ihres Skippers) sofort zu erkennen ist, die Geschichte dieses Transatlantikrennens wie kaum ein anderes Boot. Als eines der kleinsten und ältesten Boote der Flotte, die in Saint-Malo erwartet wird, zieht sie bereits weit über die Segelwelt hinaus Aufmerksamkeit auf sich. Die Anwesenheit eines Teams von France 3 Littoral bei der Wasserung ist ein Beweis dafür: Mit der Kamera auf der Schulter drehen die Journalisten eine Dokumentation über Charlie und Acapella, deren Ausstrahlung vor dem Start des Rennens geplant ist.
Proludic: weit mehr als ein Sponsor
Dass Acapella in diesem Zustand wieder ins Wasser zurückkehren konnte, liegt auch daran, dass Charlie an Land auf starke Unterstützung zählen kann.
„All das ist möglich, weil ich auf die Unterstützung von Proludic zählen kann. Aber mehr als einen Sponsor betrachte ich dieses großzügige Unternehmen, das sich tiefgehend an der Seite von La Chaîne de l’Espoir engagiert, als einen wohltätigen Partner.“
Denis Le Poupon, Gründer von Proludic, war bereits zwei Monate zuvor zusammen mit Charlie beim 20-jährigen Jubiläum der Niederlassung von La Chaîne de l’Espoir in Vannes anwesend. Sein Engagement beschreibt er ganz einfach und direkt.
„Die Arbeit dieser NGO ist bewundernswert. Man sieht deutlich, dass es eine ganze Kette ist, die dank des bedingungslosen Engagements von Ärzten und Pflegekräften funktioniert. Und wenn es ein schwaches Glied gibt, dann ist es die Finanzierung. In dieser Kette tue ich das Einfachste: mit internen Teams, die sich das ganze Jahr über engagieren. Die sportlichen Herausforderungen, an denen sie teilnehmen, ermöglichen es ihnen, ‚Sonnen‘ zu sammeln, die ich anschließend in Spenden umwandle – eine konkrete Maßnahme unserer gesellschaftlichen Verantwortung. Heute ist La Chaîne de l’Espoir noch nicht ausreichend bekannt und muss stärker hervorgehoben werden. Die Teilnahme von Acapella, die ihren Namen bei der Route du Rhum tragen wird, ist Teil dieses Ziels.“

Auf dem Weg zu einem gemeinsamen Abenteuer
Die kommenden Wochen versprechen intensiv zu werden: körperliche Vorbereitung, Einstellungen am Boot, Trainingsausfahrten und Trainingsregatten. Charlies Ziel ist klar.
„Jetzt geht es darum zu segeln und das Boot so oft wie möglich zu zeigen, um über La Chaîne de l’Espoir zu sprechen und Proludics Ziel zu erfüllen, ihre Sichtbarkeit und Bekanntheit zu stärken.“
Proludic wird im Route-du-Rhum-Village in Saint-Malo mit einem eigenen Stand vertreten sein. Der kleine gelbe Trimaran wird außerdem auf Virtual Regatta erscheinen, wo Tausende virtuelle Segler unter den Farben Proludic–La Chaîne de l’Espoir das Steuer übernehmen können – und so auf ihre Weise dazu beitragen, die NGO bekannter zu machen. Am 1. November, wenn Acapella von Saint-Malo in Richtung Guadeloupe aufbricht, wird Charlie allein an Bord sein – aber getragen von einem Unternehmen, einer NGO und Tausenden von Unterstützern, die alle hinter demselben kleinen gelben Trimaran stehen.

